IPv6 ready
Die letzten Tage habe ich mich mal wieder mit IPv6 beschäftigt. Wenn man ein wenig die Internet Nachrichten verfolgt, hat man eventuell schon mitbekommen, dass sich unsere guten alten IPv4s langsam aber sicher dem Ende neigen. Folglich wird die neue Technik IPv6 also immer wichtiger für uns. Grund genug, sich damit intensiver auseinander zu setzen.
Bisher ist IPv6 leider kaum nutzbar. Ein Firefox-Plugin, genannt CheckIP zeigt mit mittlerweile seit einigen Wochen die IP des verbundenen HTTP-Servers an. So sieht man schnell, welche Webseiten über IPv6 erreichbar sind – und welche nicht. Das Ergebnis ist wirklich ernüchternd. Nicht mal Wikipedia bietet eine IPv6-Anbindung, Google nur über eine gesonderte Domain und meine favorisierten Webseiten haben alle keine IPv6. Gründe dafür sind fehlerhafte IPv6-Netze beim Enduser, mangelnde Kompetenz der Hosters (auch Strato bietet kein IPv6 für meinen V-Server) oder fehlende Lust und Zeit sich in die Materie einzuarbeiten.
Da nun aber der Server auf dem www.valentinvoigt.info und all meine anderen Projekte laufen ein ganzes IPv6 Subnet hat, sah ich mich quasi genötigt dieses mal in Betrieb zu nehmen. Mit Hilfe des wirklich tollen Service von sixxs.net habe ich mir ein eigenes IPv6-Subnet für zu Hause besorgt (via IPv4-Tunnel) und mit dem Programm radvd mein gesamtes Heimnetzwerk mit v6-Adressen versorgt. Ein einfacher ifconfig Befehl und einige simple Konfigurationen der Firewall taten es auch auf dem Web-Server von valentinvoigt.info. Ergebnis: Es ändert sich nix, aber man fühlt sich viel besser und tat dem Internet einen Gefallen.
Okay, Spaß bei Seite. Ähnlich wie bei DHCP ist die Konfiguration solcher Netze im Grunde ganz einfach. Ein Blick in die Thematik lohnt sich auf jeden Fall mal. Es macht echt Spaß und bereitet einen riesiges Gefühl des Stolzes, wenn unter Remote-Address beim Apache eine v6-IP zu sehen ist.
Jeder muss seinen Teil dazu beitragen, das Internet nach und nach v6-proof zu machen. Die Internet-Knoten haben schon begonnen, denn Routing ist meiner Erfahrung nach Problemlos möglich. Also fehlen noch die Provider und die Webservices selbst. Wie lange diese noch brauchen um ein vernünftiges IPv6-Internet auf die Beine zu stellen, steht wohl noch in den Sternen. Ich habe jedenfalls mein Bestes getan. *g*

Hallo Valentin,
ach ja, ein leidiges Thema. IPv4 wird schon seit mindestens 10 jahren der Tod vorausgesagt und mindestens genausolange steht IPv6 schon “kurz vor der Einführung”. Ich denke aber, dass sich das noch eine ganze Weile hinziehen wird, zumal es noch eine Reihe von ehemaligen Class-A Netzwerken gibt, die komplett brach liegen (z.B. 9.0.0.0/8, das komplett IBM gehört). Ich vermute, dass die da gegen Ende von IPv4 noch ordentlich gewinnbringend verscharrert werden.
Im Moment sieht es so aus, als ob die IANA die letzten großen Blöcke Ende 2010 an die RIRs vergeben wird, und die werden dann ihrerseits irgendwann 2012 die letzten Adressen vergeben. Spätestens dann wird es allerhöchste Eisenbahn.
Ach Ja: Google ist btw. sehr wohl per IPv6 erreichbar. Allerdings muss jedes AS dafür seperat freigeschaltet werden, d.h. das müssen die Provider machen, und die müssen dafür auch gewisse Vorraussetzungen erfüllen (i.e. eine schnelle und stabile V6-Anbindung). VGL: http://www.google.com/intl/en/ipv6/
Ach ja: Ich benutze IPv6 btw. seit 2004.
Viele Grüße,
Marcel