Meinung zum Schulnetzwerk
Ich muss mir jetzt mal die Meinung vom Leib schreiben. Bitte beachten, dass alles was hier gesagt wird meine Meinung ist und nichts weiter damit zutun haben muss, wie es wirklich ist.
Heute im Religions-Unterricht hat unser Religions-Lehrer einmal rumgefragt, wo wir denn alle Praktikum machen. Ich glaube, ich habe es noch nicht gesagt, aber ich mache bei 1&1 in Zweibrücken.
Mein Lehrer weiß, dass ich mich recht gut mit dem “Thema Computer” auskenne. Da “wir” “momentan” auf ein Windows-Netzwerk in der Schule umstellen, hat er mich auch nach dem Unterricht angesprochen, ob ich denn da nicht irgendwo helfen kann. Klar kann ich das, ich habe sogar schon selbst (von mir ausgehend) meine Hilfe angeboten. Er begründete das auch damit, dass bei der Umstellung momentan die Hilfe gebraucht wird, da die dafür Zuständigen damit “überfordert” sind. (Ich glaube das hat er wörtlich gesagt) Aber irgendwie kommt mir das alles so komisch vor.
Wie gesagt, bin ich äußerst gerne dazu bereit, dabei zu helfen. Und das sollte mittlerweile jeder wissen. Aber es passiert nichts. Keiner kommt und fragt, ob ich mal was machen kann. Nein, ganz im Gegenteil: Ich war noch vor einiger Zeit Administrator im Linux-Netzwerk. Das Root-Passwort gibt es nicht mehr, das neue Administrator-Passwort ist anders. Und mir wurde nichts davon gesagt – raus, ohne Worte. Damit will ich nichtmal Ansprüche stellen, die ich nicht habe. Aber dennoch sollte es jedem einleuchten, dass das nicht die feine englische Art ist.
Dass Hilfe gebraucht wird kann man auch selbst merken. Ich will nochmal sagen, dass das meine eigene Meinung ist. Ich will niemanden was unterstellen oder etwas schlecht reden. Ich will es nur sagen. Die Rechner, die es momentan in der Schule gibt sind schlimmer als in jedem Kiosk. Erstmal wurden aus jedem Rechner die CD-Laufwerke heraus genommen. Das waren extra Brenner, um als Schüler oder Lehrer auch CDs brennen zu können, was ja durchaus mal von Nützen sein kann. Warum? Das wüsste ich auch gerne. Ich finde es Schwachsinnig. Dann wurde wohl time-by-time alles verboten, was machen auf Computern so machen kann. Das Startmenü wurde derartig kastriert, dass es schon kaum mehr nach Windows aussieht. Der Ausführen-Dialog ist weg und der cmd.exe wurden die Ausführrechte entnommen. Ist ja auch unglaublich, was man damit alles machen kann. Sie bietet ja sogar die Möglichkeit andere Rechner anzupingen, was ja bekanntlich tödlich für jeden Kernel ist. Begründet wird das natürlich alles mit der Allround-Ausrede “Sicherheit”. Frei nach dem Motto “unusability by misunderstanding of security” (danke, Marcel) wurde auch gleich mal Google-Chrome installiert – damals noch Beta, heute aber auch kaum besser.
Außerdem ist es momentan noch so, dass jeder Schüler sich über den gleichen Account einloggen muss, da der Login-Server noch nicht funktioniert. Das ist ja noch nicht weiter schlimm, man kann ja auch nicht alles auf einmal machen. Was daran so lange dauert weiß ich zwar nicht, aber es wird schon Gründe geben. Viel schlimmer finde ich, dass besonders Hardware-technischen doch alles gegeben ist. Drei Windows-Server laufen im Dauerbetrieb; in der gesamten Schule sind Access-Points verteilt, die eigentlich mal per WLAN jedem Schüler Internet über den eigenen Account geben sollten; überall liegen hoch qualitative Kabel und Switches, von denen ich nur träumen könnte. Aber ich habe einfach den Eindruck, dass Software-technisch das alles nicht so genutzt wird, wie man es hätte nutzen können. Klar hat eben nicht jeder Ahnung von Linux, was ja durchaus ein Argument für die Umstellung auf Windows ist. Aber ist Windows wirklich einfacherer? Besser ist es mit Sicherheit nicht. Gerade _weil_ eben nicht jeder Ahnung von Linux hat, hielt sich die Sicherheit in diesem Bereich immer sehr gut. Aber nein, eine Umstellung muss her, “weil sich keiner damit richtig auskennt”. Bin ich keiner? Ich verstehe dieses Vorgehen einfach nicht. Es ist genug Geld da, um eine Windows-2003-Server-Lizenz für 3 Server und Windows-XP-Lizenzen für ca. 30 Rechner zu kaufen. Dass Schüler nicht genug sind mag ja vielleicht noch einigermaßen verständlich sein. Aber für wesentlich weniger Geld hätte man auch eine Teilzeitkraft für das Linux Netzwerk bekommen – oder eben einen Schüler. Achja: Aber 10EUR Papiergeld von jedem Schüler einsammeln, weil Papier (besonders in der Massenbestellung für Schulen) so teuer ist.
Nun; ich kann daran nichts ändern. Ich bin nur ein Schüler, vielleicht einer, der sich etwas mehr darum kümmern würde als andere, aber letztlich doch nur Schüler. Ich fand es unglaublich spannend, wie vorbildlich das Netzwerk früher einmal war. Es war für mich einfach nur das Vorzeige-Netzwerk. Der Grund, warum Schüler in unsere Schule kommen sollten. Ich nutze das Netzwerk mittlerweile kaum mehr. Nicht nur, weil es einfach keinen Spaß mehr macht, sondern auch, weil ich es nicht mehr unbedingt brauche. Trotzdem ist für mich der Reiz da, allen anderen Schülern auch diesen Luxus zu geben, wie ich ihn vor ein paar Jahren noch genossen habe. Der Grundstein ist noch da, ändern kann man immer noch einiges. Ob es soweit kommt steht noch in den Sternen. Meine Meinung wisst ihr jetzt – und ich bin froh mal darüber “reden” gekonnt zu haben.
Das gleiche Problem haben wir bei uns an der Schule auch. Nur dass es dort wohl noch schlimmer ist, weil wir bei weitem keine so gute IT-Infrastruktur haben, wie das was du da beschreibst. Zudem haben die wenigsten Lehrer überhaupt eine Ahnung von Computern und die, die behaupten Ahnung zu haben sind fast die schlimmsten. Wir haben Computer-Altmüll, aber haben uns jahrelang Windows Lizenzen gekauft. Zudem müssen alle Programme, die wir installiert haben was kosten. Dann werden einfach mal dazu noch mehrere Office Lizenzen gekauft, obwohl es mit OpenOffice, StarOffice etc. genügend Alternativen gibt.
So könnte ich mich auch auskotzen… nun ja… Jetzt hat die Schule gemerkt, dass das Geld vorne und hinten nicht reicht und wir haben Linux auf ein paar Schulrechner bekommen. Jetzt rate welches? SuSE Linux, da es ja was kostet (natürlich mit Support) … das macht es ja direkt viel besser *ironie*. Zudem kaufen wir uns bald eine völlig sinnlose Software, um Stundenpläne digital auszugeben, anstatt den Scharen von Computer-bewandten Schülern zu erlauben, die Software kostenlos zu erstellen (haben wir angeboten).
Das schlimme ist daran, dass die Lehrer, die verstanden haben, dass man sowas vielleicht wenigstens teilweise den Schülern überlassen sollte, keinen Einfluss auf die Schulentscheidungen haben, da sie meist neu an der Schule und noch jung sind …
Irgendwie ist das traurig… Ich habe mir damals wirklich sehr sehr viele Gedanken gemacht, als ich das Netz geplant und eingerichtet habe, und jetzt wurde es einfach eingestampft. Das lustige ist: Alles das, was heute noch “in Planung” und “wird vielleicht irgendwann mal gehen” ist, ging vor 2 Jahren schon im “alten” Netz…
Na ja, mit 120 km Abstand kann man das allerdings auch wieder mit Humor sehen.
Viele Grüße,
Marcel
irgendwie kommt mir das bekannt vor…
achja, das ist ja genauso bei uns an der schule, nur dass die verantwortlichen noch weniger ahnung haben…
wir haben mittlerweile den einen Computer-Raum restauriert gekriegt, natürlich neue Hardware bekommen und so, darunter ein Whiteboard, was echt ne spitzensache ist. Was jedoch völlig hirnrissig war, war der Kauf von neuen Computern von HP mit Vista drauf, was wenigstens durch XP später ersetzt wird (die vista-lizenz wurde natürlich trotzdem bezahlt…) Dazu gibt es dann das “tolle” neue m$ office-paket, der andere, mittlerweile doch deutlich veraltete Computerraum besitzt aber noch die 2000-Version, inkompatibilität ist da also vorprogrammiert.
Dann wird der Computer mit Virensoftware, Anti-Spyware-Software etc. vollgemüllt, aber Internet Explorer 6 muss bleiben, die Sicherheitsupdates sind natürlich abgeschaltet, da sie eh nichts bringen… Schließlich wird der Computer ja bei jedem Booten wieder auf den Orginalzustand zurückgesetzt…
Wenn solche Dinge wie Vista kaufen, nicht einsetzen sondern durch XP ersetzen natürlich das Schulbudget schon schrumpfen lassen, ist es nicht verwunderlich, dass die Schule ständig Geldprobleme hat, gleiches gilt für andere Software wie Mediator als Beispiel, der ja nur 1000€ kostet und nie eingesetzt wird…
Wenn die Schule wenigstens in sofern mit dem Geld umgehen könnte, dass sie solche kostspieligen Invenstitionen mal überdenken würde und die vorhandene Software einfach umsonst upgraden ließe etc., würde in vielen Fällen wie der Informationsbeschaffung per Browser allein durch die Tabnutzung eine deutlich höhere Effizenz geschaffen werden, aber es werden nur irrelevante Dinge geändert.
Dies alles wäre mir trotzdem relativ egal, sofern die Schule dann nicht regelmäßig vorgeben würde, dass sie einen Geldmangel hat, aber jährlich rund 1/3 ihres Geldes für absoluten Schwachsinn aus dem Fenster werfen würde (ich war vorkurzem mit der Schule im Rathaus und wir haben in einer Teilgruppe einsicht in die Kosten&Kostenvoranschläge unteranderm für die Schule gehabt)
Auf die Idee mit Linux kämen die wahrscheinlich nicht mal, da die als so toll prämierte extra informatikstudierte Lehrerin leider nicht mal im Ansatz Ahnung hat, wovon sie redet und trotzdem Referate für ihr “Fachgebiet” verteilt und die dann bewertet, jedoch dies auf Grund ihrer fehlenden Fachkompetenz im Normallfall eher nur von der Präsentation, es ist also ein sehr interessanter und vorallem Inhaltlich wichtiger Unterricht….