Archiv vom June, 2008

Digitaler Türsteher: fail2ban

Auch wenn ich dieses Programm schon längere Zeit benutze, ist es mir jetzt doch noch einen Eintrag wert, denn nach der Neuinstallation meines Servers fiel auch die Installation von fail2ban an. Die Funktionsweise von fail2ban ist einfach beschrieben: Das Programm läuft im Hintergrund und liest in bestimmten Abständen bestimme Log-Dateien von diversen Servern (SSH, WWW, FTP) aus. Findet es dort Einträge, die auf Fehlgeschlagene Login-Versuche hindeuten werden diese gezählt. Diese Einträge werden via Regular Expressions gefiltert. Sobald eine bestimmte, konfigurierbare Anzahl an fehlgeschlagenen Login-Versuchen stattgefunden hat, führt das Programm eine Aktion aus. Meistens ist dies ein Eintrag in der Firewall zum sperren der IP.

Und was bringt uns das ganze? Man kann damit sehr effektiv Bruteforce-Angriffe verhindern. Wer nicht weiß, was Bruteforce ist: Bei einem Bruteforce-Angriff werden alle möglichen Passwörter bei einem Login probiert; solange, bis das richtige gefunden ist. Besonders bei kürzeren Passwörtern ist ein solcher Schutz sehr sinnvoll.

Die Installation des ganzen ist dank Debians großem Paket-Repertoire auch ein Kinderspiel. Zuerst den Daemon mit folgendem Befehl installieren.

Installation des Daemons “fail2ban”
  1. apt-get install fail2ban

Dann ins Verzeichnis /etc/fail2ban/ wechseln, wo sich fail2bans Konfigurationsdateien befinden. Dort gibt es 4 relevante Dateien und Ordner. Im Ordner action.d sind Dateien, welche bestimmte Aktionen bei einem Bann vom Server und dem Löschen eines Banns definieren. Dabei sind mehrere verschiedene Firewall-Typen bereits als Beispiel angegeben. Die meisten werden wohl iptables benutzen.

Im Verzeichnis filter.d befinden sich - wie der Name auch schon andeutet - die Filterdateien für die Logs. Auch dort sind schon Beispiele vorgegeben, zum Beispiel für proftpd, ssh oder dem Apache. Meht Beispiele gibt es mit ls. ;-)

In der Datei fail2ban.conf befindet sich eine globale Konfiguration, welche einige Grundsätzliche Einstellungen des Servers beinhaltet. Zumindest bei mir kann man diese Datei so lassen wie sie ist. (Dennoch lohnt sich ein Blick natürlich immer. ;-) )

Die jail.conf beinhaltet nun den interessanten Teil des Daemons. Hier wird im Format einer Ini-Datei angegeben, welche Log-Dateien ausgelesen werden sollen, welche Filter dafür zutreffen, welche Aktionen zutreffen, wieviele Fehlversuche bei einem Login möglich sind und so weiter… Besonders toll an dieser Datei ist, dass die bekanntesten Services schon drin stehen. Das Vorgehen nun ist einfach. Man sucht sich den zu schützenden Dienst heraus und ändert in der Ini das enabled = false auf enabled = true. Anschließend muss der fail2ban-Server noch die Einstellungen neu laden.

Neuladen der fail2ban Einstellungen
  1. fail2ban-client reload

Wer Interesse an fail2ban gefunden hat, dem kann ich noch ein paar Dinge empfehlen, die man sich angucken könnte. So liefert fail2ban einen Clienten aus, mit dem man den Server einfach steuern kann; dieser nennt sich, wie bereits oben erwähnt fail2ban-client. (man fail2ban-client) Zwar nicht direkt mit fail2ban verbunden, aber auch recht interessant ist ein iptables-Modul namens “recent”. Auch einen Blick wert, vielleicht schreibe ich auch darüber mal was…

ARP-Spoofing

Aufgrund eines heise.de-Artikels habe ich mich mal kurzer Hand mit ARP-Spoofing, auch ARP-Poisoning, beschäftigt. Folgendes Szenario: Ich habe einen Router, an diesem Router hängt ein 8-Port Switch. An diesem wiederum hängen alle meine Rechner. Opfer war in diesem Fall meine Windows XP Maschine. Angreifer eine Gentoo-Kiste. Mittels ARP-Spoofing kann man nun das Opfer so manipulieren, dass Pakte über die Gentoo-Kiste, statt direkt an den Router gesendet werden. Das kann man dann dazu missbrauchen, den Traffic zu manipulieren, oder wichtige Passwörter auszuspähen. Der Vorgang ging erstaunlich einfach. Nach kurzer Einrichtung der Gentoo-Kiste als Gateway ging mit folgendem Befehl alles wie von selbst.

Mit “arpoison” einen ARP-Cache verändern
  1. arpoison -i eth0 -d  -s  -r  -t

Und schon ging der gesamte Traffic des Windows-Rechners über die Gentoo-Kiste. Das könnte man mit Hilfe eines Traffic-Sniffers (Wireshark, tcpdump) dazu ausnutzen, um während unverschlüsselten HTTP-Verbindungen Passwörter auszulesen, oder Daten während des Up- oder Downloads zu modifizieren. Um sich vor solchen Angriffen zu schützen gibt es nur wenige Möglichkeiten, allerdings keine wirklich gute oder einfache. Am besten ist wohl eine physikalische Abtrennung zweier Netzwerke. Wenn nur ein Rechner im Netzwerk ist (oder zumindest kein Angreifer in das Netzwerk gelangt), kann eigentlich nichts passieren. Ansonsten wäre noch die Möglichkeit eines statischen ARP-Caches, die ich hier aber nicht näher erläutere.